Narkosen verlaufen in der Regel ohne Komplikationen, trotzdem gibt es ein nicht medizinisch beeinflussbares Narkoserisiko von 3% bei Mensch und Tier.
Alle anderen Risikofaktoren versuchen wir durch gründliche Narkosevorbereitung auszuschalten.
Wir möchten Ihnen hier kurz erklären, welche Untersuchungen nötig sind, damit auch Ihr Liebling die Narkose gut übersteht.

  1. Zu einer verantwortungsvollen Narkosevorbereitung gehört die gründliche Allgemeinuntersuchung, auch bei jungen Patienten und Routineeingriffen.
  2. Bei Bedarf sind Laboruntersuchungen durchzuführen,
  3. Bei alten Patienten (ab 6-7 Jahre gelten unsere Lieblinge medizinisch als Senioren, auch wenn Sie als Besitzer es lange noch nicht so empfinden) sind routinemäßig Minimaldaten wie die Überprüfung der Leber und v.a. Nierenfunktion (insbes. bei Katzen) zu erfassen.
    Diese Laboruntersuchungen werden in der Praxis sofort durchgeführt. Ihrem Liebling wird ein wenig Blut entnommen, welches dann in unserem Labor sofort untersucht wird.
  4. Bei Risikopatienten sind die Voruntersuchungen umfassender. So können ausführlichere Laboruntersuchungen und / oder vorher Röntgen- oder Ultraschall- untersuchungen nötig sein (bei Unfallpatienten unumgänglich).
  5. Sie selbst kennen EKG und Herzultraschalluntersuchungen zur Überprüfung der Herz-Kreislaufsituation. Wir sind ausgerüstet mit einem modernen EKG- Gerät und auch mit einem speziellem Ultraschallgerät zur Untersuchung des Herzens und der Blutgefäße mit Farbdopplerfunktion. Auch alte Tiere können ebenso wie ältere Menschen operiert werden, wenn im Vorfeld alle Risikofaktoren bedacht werden.
  6. Risikopatienten und alte Patienten sollten eine sehr schonende Narkose erhalten (Inhalationnarkose).
  7. Tiere empfinden Schmerzen genauso wie wir Menschen! Heutzutage ist es nicht mehr tolerabel, Patienten ohne zusätzlich
    verabreichte Schmerzmittel zu operieren. Es ist erwiesen, dass eine Operation stressfreier verläuft und die Wunden besser heilen und der Patient sich vor allem viel schneller erholt, wenn unsere Tiere genau wie wir Menschen Schmerzmittel erhalten, - und zwar vor der Operationsbeginn!
  8. Medizinsch nennt man das peri- und post- operativen Schmerzbehandlung, das heißt, schon während und insbesondere auch nach der Operation muß der Schmerz mit entsprechenden Medikamenten unterdrückt werden. Da die Schmerztherapie schon lange bevor sie in den letzten Jahren in der Tiermedizin wissenschaftlich diskutiert wird, zu unseren Spezialgebieten gehört, ist für uns die Schmerzfreiheit oberstes Gebot und wir setzen je nach Erfordernis alle modernen Schmerzmittel – auch hochwirksame und teure Opiate – ein.
  9. Das Narkoserisiko wird durch eine stabile Kreislaufsituation verringert. Der Kreislauf wird durch eine Infusion , die während der Operation ins Blut läuft (genau wie beim Menschen wird ein Venenverweilkathether (Braunüle) in die Vene gelegt und Infusionsflüssigkeit zugeführt) aufrechterhalten. Wir legen auch bei ganz kleinen Tieren (Meerschweinchen, Kaninchen) eine Braunüle.
  10. Das hat den großen Vorteil, dass jederzeit Medikamente während der Operation verabreicht werden können. Sie wirken sofort, da sie ja direkt übers Blut verabreicht werden. Auch das verringert das Narkoserisiko Ihres Lieblings, da bei einer Narkosekomplikation sofort wirksam gegengesteuert werden kann.

Unterschied zwischen den Narkosemethoden:

Wir kennen in der Tiermedizin im Prinzip drei verschiedene Narkosemethoden . Welches Narkoseverfahren gewählt wird, richtet sich nach dem geplanten Eingriff.
Im folgenden erklären wir Ihnen den Unterschied zwischen den einzelnen Narkosemethoden.
Wir setzen in der Regel die schonende Inhalationsnarkose ein. Sie ist sicherlich ein wenig aufwendiger und teurer als die Injektionsnarkose, gibt uns und Ihnen als Tierbesitzer aber die erwünschte und heute übliche Sicherheit. Lediglich bei kurzen und nicht schmerzhaften Eingriffen verzichten wir auf die Inhalationsnarkose und narkotisieren über Injektion, so wie es auch in der Humanmedizin üblich ist.

  1. intramuskuläre Injektionsnarkose
    Bei der einfachen Injektionsnarkose wird Ihrem Liebling eine dem Gewicht entsprechende Menge eines Narkosemittel durch eine Injektion in den Muskel des Oberschenkels verabreicht.

     
  2. Injektionsnarkose mittels eines Venenkatheters.
    Dabei wird über einen festen Venenzugang (Venenverweilkatheter = Braunüle) das Narkosemittel direkt ins Blut injeziert und die Menge des Narkosemittels der Wirkung angepasst, das Tier schläft während der Injektion ein. Diese Methode ist schon besser steuerbar.

     
  3. Inhalationsnarkose Hierbei handelt es sich um eine sehr schonende und sichere Art der Narkose. Die Inhalationsnarkose hat bei längeren Eingriffen (länger als 15 min) gegenüber der Injektionsnarkose deutliche Vorteile. So muss nicht während der OP nachdosiert werden. Die Tiere atmen durch einen Tubus (besonderer Schlauch), der in der Luftröhre eingebracht wird, ein Gemisch aus Sauerstoff und Narkosegas ein (wir benutzen in unserer Praxis das gut verträgliche Isofluran, das auch in der Humanmedizin eingesetzt wird).
    Für das Legen des Tubus in die Luftröhre muss ihr Tier zuvor eine Sedation (leichte Narkose) erhalten.
    Mit der Inhalationsnarkose können wir Narkosetiefe und Narkosedauer exakt steuern, nach Bedarf kann mehr oder weniger Narkosegas dem Sauerstoff beigemischt werden – je mehr Gas, um so tiefer schläft das Tier.
    Am Ende der Narkose wird das Narkosegas abgedreht und Ihr Liebling erhält nur noch Sauerstoff. So wird er nach der Operation schnell wieder wach und der Normbereich wichtiger Körperfunktionen ist schnell erreicht. Sie können Ihren Liebling beruhigt wieder mit nach Hause nehmen, ohne Herzkreislaufprobleme zu befürchten. Risikopatienten und Patienten, die länger infundiert werden müssen, behalten wir natürlich noch zur weiteren Überwachung auf unserer Station.
    Die Inhalationsnarkose ist die sicherste und modernste Art der Narkose, die in der Humanmedizin standardgemäß eingesetzt wird.
    Insbesondere bei Tieren, die ein erhöhtes Narkoserisiko habe, wie z.B. Tiere mit Leber-, Nieren- oder Herzerkrankungen, Übergewicht, Welpen oder alte Tiere, Unfalltiere, sowie bei Hündinnen für den Kaiserschnitt, ist diese Form der Narkose deutlich schonender und mit einem geringeren Risiko verbunden.


     

Was bedeutet Narkosemonitoring?

Während der Narkose, die einen nicht unerheblichen Eingriff darstellt,  werden eine Reihe von Vitalfunktionen automatisch überwacht. Das wird Monitoring genannt.

Wir messen mittels eines Pulsoxymeters die Sauerstoffsättigung im Blut und die Pulsfrequenz des Tieres (also die mechanische Herzleistung) .

Unser EKG-Monitor zeigt ein fortlaufendes Elektrokardiogramm (also die elektrische Herzleistung).

Des weiteren wird mit dem Atemmonitor die Atemfrequenz registriert und angezeigt.

Mit einem Blutdruckgerät wird der Blutdruck gemessen.

Eine Wärmematte mit Temperaturregler schütz Ihr Tier vor Auskühlung während der Narkose.

Bei allen diesen Geräten können Grenzwerte eingestellt werden, die bei Über- oder Unterschreitung einen Alarm auslösen.

Zusätzlich wird Ihr Tier während der Narkose von unserem geschulten Personal überwacht und ein Narkoseprotokoll geführt.

So können wir sofort auf kleinste Veränderungen reagieren, bevor überhaupt ein Narkosezwischenfall entstehen kann.

 

 

 

 

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Wir helfen Ihnen gerne weiter. Rufen Sie uns an unter +49 7321 4709485 oder benutzen Sie unser Kontaktformular.

Tierarztpraxis  Ullmann

Nibelungenstr. 17
89518 Heidenheim an der Brenz

 

Telefon: 07321 4709485

 

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